Bremer Brückenlauf 21K

Heute war der 1. Bremer Brückenlauf. Es sollten alle Bremer Weserbrücken belaufen werden außer natürlich die der Autobahnbrücke der A1. Auch die kleine Weser und der Werdersee werden gequert. Der Lauf startet recht spät um 18:00 Uhr da man wohl gerne die warmen Temperaturen umgehen wollte. Da es dieses Jahr bisher keinen Sommer gab war auch eher das regnerische Wetter die Tage vor dem Lauf problematisch. Pünktlich zum Brückenlauf allerdings riss es auf und wir hatten trockenes aber kühles Wetter. Ein paar Hundert Starter haben sich zusammen gefunden um in verschiedenen Läufen an den Start zu gehen. So gibt es einen Unterwäschelauf über 5km, einen 10er und eben den Halbmarathon. Toni hatte sich als 4:59 Pacer angeboten um sicher unter 1:45 einzulaufen. Toni war aber zu einer Preisverleihung und hat es aufgrund des Verkehrs nicht rechtzeitig geschafft. Da mein Arbeitstag eh nicht so prickelnd war und ich den ganzen Tag nichts gegessen habe fühlte ich mich eh nicht so besonders und habe mich entschieden zu gucken wie sich der Lauf entwickelt.. So ging es also ganz relaxt an den Start um so langsam die Geschwindigkeit und eine Gruppe zu finden. Bei diesem recht kleinen Teilnehmerfeld gestaltet sich sowas natürlich schwierig. Zumal der Brückenlauf für alle neu war und man die vielen Steigungen und Spitzkehren in dieser Reihenfolge ja zum ersten Mal läuft. Die erste Weser Querung ging über die sogenannte “Erdbeerbrücke”  bis zum Werdersee. Auf dem Huckelrieder Deich Richtung Deichschart in der Neustadt wehte ein kräftiger Wind der den Puls nach oben trieb. Ab km 4 etwa hatte ich einen Racebooker in einer Gruppe im Blick den ich vom Tempo so einschätzte dass ich auf ihn mit einem Tempo kurz unter 5:00 auflaufen könnte um dann den Rest mit Ihm zusammen zu laufen. Ich beschleunigte also moderat und versuchte aufzuschließen. Nur sehr sachte verringerte sich der Abstand so dass ich schon an mir und meiner Uhr zweifelte. Zwischendurch ging ich auf 4:35 um überhaupt noch eine Verringerung des Abstandes zu erreichen. Zum glück wurde er ab km 14 ein wenig langsamer so dass ich auf 5:0x drosseln konnte. Nun kam der Knackpunkt des Rennens. Ich hatte Ihn beim Verpflegungspunkt bei km 17 unmittelbar vor mir und plante lediglich einen Schluck Wasser zum Mund ausspülen ein um ab dann die Lücke zu schliessen. Doch was macht er ? Er lief ohne einen Blick am Punkt vorbei und brach mir damit mein Motivationsgenick. Nun kam alles zusammen – die Motivation im Keller – durch die Luftlöcher in meinen Schuhen habe ich mir einen Stein hinein gelaufen – und die halbe Banane vor dem Rennen reichte auch nicht um den ganzen Tag ohne was ordentliches im Bauch zu kompensieren. Das erste Mal überhaupt in einem Rennen musst ich gehen. Ich habe mir kurz überlegt den Stein zu entfernen. Da ich aber die Barfuss Schuhe anhatte wusste ich wenn ich die Schuhe einmal ausgezogen habe würde ich diese nur mit grösster Not wieder anziehen können. Also doch aufgeben ? Nur noch 3 km.. ich bin dann tatsächlich knapp 400m gegangen. Da aufgeben keine Option ist habe ich mich wieder in Bewegung gesetzt. Etwas mehr anfersen und längere Schritte die man wie ich finde besser erquälen kann weil die Dynamik höher ist. Allerdings ist auch die Anstrengung höher und ich merkte wie unrund das ganze wurde. die die letzten km bis zum Weserwehr wurden dann auch richtig zäh. Kurz vor der Brückenschleuse gab es dann noch einen privaten Verpflegungsstand mit grünem Schnaps und Musik. Da mir die Zeit egal war hab ich mich also da hin gestellt und mich für den Schluck von den Jungs am Stand feiern lassen. Lecker. Als es dann die Brücke zur Schleuse hoch ging wäre mir der Schnaps fast wieder entgegen gekommen. Ober auf dem Scheitelpunkt der Brücke konnte ich dann schon den Zieleinlauf in etwa 250m Entfernung mitsamt der Zielzeit sehen. Ich konnte erkennen dass die Uhr gerade auf 1:44 umgesprungen war. Es war also tatsächlich eine Zeit unter 1:45 möglich. Nochmal den Vorderfuß rausgeholt und Gas gegeben. 01:44:43 war dann die offizielle Brutto Zeit.
Die Stimmung im Ziel war richtig toll. Im Umfeld des Paulaner´s Wehrschlosses hatten die Veranstalter eine richtig gemütlich Location geschaffen mit viel Möglichkeiten es sich gut gehen zu lassen. Die tolle Kulisse mit den Schleusentoren und den Fischtreppen hat auch etwas besonderes. Und dass man direkt an einem Fluss auf einer Brücke seinen Lauf beendet ist sicherlich ein ganz besonderer Moment. Nächstes Jahr ist der Lauf fest in meinen Kalender eingetragen.

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