Zum 2. – 21K Lauwersoog Ulrum

Vor einem Jahr hatte ich hier meine ersten Halbmarathon. Damals vollkommen ohne Plan mit den falschen Schuhen, keiner ordentlichen Vorbereitung und völlig hilflos was Renneinteilung bedeutet. Dieses Mal waren zumindest einige der eben genannten Parameter besser vorbereitet. Wie vor einem Jahr habe ich wieder den kurzen Weg über den Deich gemacht um mit einigen anderen hundert Läufern entlang des Lauwersmeers in der Mittagshitze wunderschöne 21km in der friesischen Bilderbuchlandschaft zu laufen. Ich hatte mir eigentlich wie immer nichts vorgenommen da die Wettervorhersage eine mächtige Brise aus SSW ( Süd-Süd-West ) vorhergesagt hat. Also genau aus Zielrichtung querab. Trotzdem meine Lieblingstreter unter die Füße geschnallt und zunächst wie immer in das Rennen reingeschnuppert. Die ersten 2 Kilometer sind wenig geeignet Gruppen zu finden oder sich selbst einzuschätzen da es über Deiche, manchmal an Fischnetzen oder anderen Hindernissen vorbei geht oder es nötig ist diese zu überspringen. Danach geht es dann auf eine nahezu steigungsfreie Strecke die nur in Zoutkamp kurz hoch und runter geht. Besonders amüsant in diesem Jahr war ein junger etwa Anfang 20-Jähriger Mitläufer der wirklich alle Register gezogen hatte um was weiß ich für ein Ziel zu erreichen. Er hatte Begleitfahrer dabei die Wasser reichten, exzellenteste Ausrüstung inkl. Triathlon Outfit, eine Super coole Brille auf und natürlich ein mobiles Geräte welches ständig (alle 500m) die Strecke und die Pace sowie die zu erwartende Endzeit ansagte. Also lief das so:  ca. alle 400-600m schnaubte der sicher hoch motivierte und wie ich glaube hoch gewettete Sportsfreund an mir vorbei um etwas 50-60m zwischen uns zu lassen. Dann ließ er sich wieder hinter mich ganz langsam zurückfallen und nahm Verpflegung zu sich. Ich war zu der Zeit mit einer Pace von 04:50 unterwegs – daher habe mich schon sehr gewundert über die für mich ganz neue Taktik. Konsequenterweise hat er dann auch jede Möglichkeit genutzt um die Strecke abzukürzen.
Ich weiß garnicht genau bei welchem Kilometer es war, aber es war recht kurz nach der Kaserne der Niederländisch königlichen Streitkräfte als sich die Lok dann wieder an mich ran schnauben wollte. Doch das war mir zu dumm und dieses mal habe ich dagegen gehalten und ein paar hundert Meter das  Tempo sacht erhöht so dass er es schwieriger hatte zu überholen. Direkt neben mir hörte ich es dann auch wieder schnauben und diesmal aber auch spucken und ein wenig fluchen. Er hat es dann doch geschafft an mir vorbei zu gehen um dann aber etwa 100m weiter die Arme hoch zu reißen und dann mit einer eindeutigen Geste nach unten fallen zu lassen. Kopf schüttelnd sich auf den Knien abstützend ging er langsam zu Boden und laut “vorbij” rufen. Seine Helfer Crew hat sich dann gekümmert – Ich habe Ihn dann auch nicht wieder gesehen – auch nicht später im Ziel.
Bei mir war dann der Zeitpunkt gekommen wo ich bereut habe meine Lieblingsschuhe die Saucony Fastwitch auch als solche zu benutzen wie sie gebaut sind: Als Barfussschuh. Aufgrund der staubigen Umgebung ist eine Menge Sediment durch die Lüftungsschlitze an der Sohle in den Schuh gelangt und scheuerte wie ein Schmirgelpapier und meinen Zeh Gelenken. Das musste jetzt och bis zum Ziel ausgehalten werden. Vom letzten Jahr wusste ich noch dass die letzten km recht einsam werden und somit habe ich versucht einfach die Pace zu halten. Das ist mit nicht ganz bis zum Finish gelungen und zum ersten Mal habe ich angefangen zu rechnen und gemerkt dass die Luft doch immer dünner wird um sich noch weiter zu verbessern. Die Minuten Purzelei ist nun wohl endgültig vorbei. 1:42:28 ist dabei rausgekommen. Da das der erste Wettbewerb mit direkten Vergleich zum Vorjahr für mich war will ich dieses auch dann gerne tun:

2016 = 02:05:11
2017 = 01:42:48

Knappe 22 Minuten schneller, also knapp eine Minute pro km, Puh.. So geht das auf jeden Fall mal nicht nochmal. Welcome to real life ! Im nächsten Jahr bin ich wieder da !

 

 

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